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März 2010
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Archiv der Kategorie Wertschätzung

Jeden Tag ein bisschen besser

Früher dachte ich, ich bin ein spiritueller Mensch, wenn ich möglichst viel Zeit damit verbringe zu meditieren. Damals wäre es mir lieb gewesen, mich in ein Kloster zurückzuziehen und mich nur noch der Meditation und meinen spirituellen Studien zu widmen.

Dieses Damals ist nun fast zwanzig Jahre her und inzwischen habe ich meine Meinung auch ein bisschen verändert. Ich denke jetzt, dass es für einen Menschen, der sich spirituell entfalten möchte, genauso wichtig ist,  dem Leben etwas zurückzugeben, bzw. einfacher ausgedrückt, in jeder Situation im Leben das Beste zu geben. An dieses Prinzip erinnerte mich letzte Woche meine Kosmetikerin, die ich mir alle zwei Monate leiste. Während der Behandlung kamen wir ins Gespräch. Wenn ich zu ihr komme, dann fühle ich mich immer so aufgehoben, so willkommen. Das steigert sich noch, wenn die Behandlung fertig ist. dann fühle ich mich meistens rundherum wohl und relaxt. Ja, woran mag das liegen?

Irgendwie kamen wir auf das Gespräch, wie man mit seinen Kunden umgehen sollte. Sie sagte mir, dass sie wert darauf legt, sich die Bedürfnisse der Kunden anzuhören und darauf zu reagieren. Außerdem ist bei ihr der Behandlungsraum immer fertig eingestimmt: Da liegen frische Handtücher, da brennt ein sanftes Licht, in der dunklen Jahreszeit auch manchmal eine Farblampe und es gibt jedes Mal “Glückshormone” in Form von Schokolade. Heute gibt es ja diese kleinen einzeln verpackten Täfelchen. Sie gibt immer ihr Bestes, wenn ein Kunde kommt, und das spürt man auch.

Während des Gesprächs dachte ich darüber nach, dass es mir schon manchmal passiert ist, dass ich gerade kurz vor dem Kundentermin am verabredeten Ort war und dann keine Zeit mehr hatte, den Raum noch vorzubereiten. Hier gibt es sicher noch Verbesserungspotenzial. Bisher war dies das Beste, was ich geben konnte. Aber was hindert mich daran, es das nächste Mal besser zu machen?

Ein Indiz dafür, ob ich mein Bestes gebe, ist für mich auch, ob ich eine Sache gerne tue oder nicht. Wenn ich es liebe, etwas zu tun, dann fällt es mir leichter, mein Bestes zu geben. Wenn ich merke, dass ich etwas gar nicht gerne tue, dann überlege ich, ob es nicht besser ist, die Sache loszulassen und den Weg freizumachen für etwas, das ich gerne tue und wo es mir leicht fällt, mein Bestes zu geben.

Wie geht es Ihnen damit, wenn Sie daran denken, wo Sie Ihr Bestes geben?

Tipp: Beobachten Sie sich doch mal, wenn Sie etwas tun. Bei welchen Tätigkeiten haben Sie das Gefühl, dass es Ihnen leicht fällt, Ihr Bestes zu geben? Bei welchen Dingen fällt es Ihnen schwer?  Wann haben Sie das Gefühl, Sie möchten gerne noch etwas verbessern? Schreiben Sie auf, bei welchen Dingen Ihnen das gut gelingt und auch, bei welchen Tätigkeiten es nicht so gut gelingt. Schauen Sie, ob es Dinge gibt, die Sie loslassen können, weil sie nicht mehr zu Ihnen passen und Sie sich zwingen müssen, Ihr Bestes zu geben. Machen Sie sich ein inneres Bild von dem, was Sie von Herzen gerne tun möchten und setzen Sie das dann Schritt für Schritt um. Schauen Sie, was sich im Leben verändert.

Wenn du dich selbst änderst, ändert sich deine Umwelt

Kennen Sie das auch, dass Sie bestimmte Menschen einfach nicht leiden können? Bei manchen Menschen fallen Ihnen vielleicht hunderte von Gründen ein, warum das so ist, das sind oft Menschen, die einem nahe stehen, die einen aber ziemlich verletzt haben. Bei anderen Menschen ist es vielleicht nur so ein Gefühl, weil Sie etwas von der Ausstrahlung desjenigen spüren, das irgendwie nicht passt.

Das alles mag sein, es wirft aber eine Frage auf:  Kann es vielleicht daran liegen, wenn wir jemanden ablehnen, dass wir etwas in uns selbst ablehnen? Dass wir uns selbst nicht so lieben, wie wir sind?

Ich würde diese Frage für mich persönlich mit “Ja” beantworten. Vor einigen Jahren hatte ich noch ziemlich wenig Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Ich konnte einfach nicht zu mir selbst stehen, so wie ich war. Sobald nun jemand kam - und es kamen einige Menschen - und mich verletzte, indem er mein schon niedriges Selbstbewusstsein noch mehr drückte, war es vorbei. Gerade heute hatte ich ein Telefonat mit jemandem, den ich sehr schätze. Wir sprachen auch über eine Person, die derjenige sehr mag, während ich diese Person nicht sehr mag. Als wir über diese Person sprachen, wurde mir bewusst, wie viel Groll ich gegen sie immer noch hege und das, weil sie mich vor Jahren mal ziemlich von oben herab behandelt hatte. Diese Person hat das bestimmt schon längst vergessen, aber in mir war der ganze Groll noch energetisch gespeichert. Ich war dankbar dafür, dass dieses Telefonat mir das bewusst gemacht hat, denn nur so kann ich den Groll auch loslassen oder besser gesagt, daran arbeiten, ihn loszulassen.

Inzwischen habe ich einiges unternommen, Selbstzweifel aufgelöst, innere Muster aufgelöst, etc., und ich bin immer öfter dankbar dafür, dass ich so bin, wie ich bin und für mein Leben, so wie es ist. Natürlich gibt es auch immer wieder Ausnahmen, Zeiten, an denen ich wieder in den alten Zustand zurückfalle, aber nicht mehr so oft wie früher.

Eine andere Messlatte für mein verändertes Bewusstsein ist auch meine Familie. Meine Eltern, Geschwister, mein Schwager und meine Nichten. Gestern hatten wir wieder so ein Familientreffen. Noch bis vor Kurzem hatte ich das als ziemlich anstrengend empfunden, doch gestern war ich erstaunt, dass ich in einer ganz anderen Verfassung war als sonst. Hier ein Beispiel dafür. Mein Schwager ist jemand, der sich gerne über andere lustig macht. Das mag ich ja normalerweise überhaupt nicht. Gestern geschah folgendes: Ich vermisste plötzlich meinen Wohnungsschlüssel und kramte voller Panik in meiner Handtasche danach.   Nun muss ich noch erwähnen, dass ich immer ziemlich große Handtaschen habe. Als mein Schwager sah, wie ich in der Tasche kramte fing er an witzige Bemerkungen zu machen: “Ich habe ja gar nicht gesehen, dass du einen Koffer dabei hast. Dafür muss man ja extra ein Inhaltsverzeichnis erstellen, um die Sachen noch zu finden. Hast du vielleicht sogar ein Zelt dabei?” Wobei ich natürlich anmerken muss, das wäre ein Zelt für Däumlinge, was in diese Handtasche passen würde. Aber ich musste trotzdem lachen. Ich fand das so lustig und dachte innerlich: Okay,  ich stehe dazu, dass ich gerne große Handtaschen habe. Früher wäre ich vielleicht eingeschnappt gewesen. Aber gestern fand ich das eher lustig und lachte gemeinsam mit meinem Schwager. Nein, ich nahm sogar nach und nach den Inhalt aus der Tasche und hielt ihn hoch, damit alle sehen konnten, was sich darin verbirgt. So hatten wir unseren Spaß und ich fand auch meinen Schlüssel in einem Fach in der Tasche.

Hinterher wurde mir bewusst, wie leicht das Leben sein kann, wenn man sich so liebt, wie man ist. Wenn man weiß, dass man, so wie man ist, in Ordnung ist. Dann kann man mit anderen lachen und sie auch so sein lassen, wie sie sind und vielleicht sogar irgendwann denen verzeihen, die einen Jahre zu vor mit ihren Bemerkungen oder ihrem Verhalten emotional verletzt haben.

Tipp: Schreiben Sie sich auf, was Sie an sich selbst lieben und bedanken Sie sich jeden Tag für das, was Sie an sich selbst lieben können. Sehen Sie die Einzigartigkeit darin, dass Sie in manchen Dingen anders sind als andere. Wenn Sie spüren, dass Ihre Selbstliebe wächst, dann schauen Sie, ob Sie den Groll gegen andere loslassen können oder ob Sie innerlich verzeihen können. Bitten Sie auch bei dieser Übung wieder Ihren spirituellen Führer oder Schutzengel um Unterstützung.

Ist es wirklich Liebe?

“Liebe” - was ist das? Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie viele Facetten “Liebe” haben kann? Und kann es sein, dass “Liebe” manchmal abwesend ist?

Zuerst möchte ich mal ein Beispiel für die Abwesenheit von Liebe geben, so sehe ich das jedenfalls :-):

Mittwoch war so ein Tag, da hatte ich schon morgens, als ich aus dem Bett stieg, das Gefühl, ich besser hätte liegen bleiben sollen. Im Büro war ich müde und lustlos. Kurz vor Feierabend rief dann auch noch eine Frau an, die total an der Arbeit unserer Abteilung herumkritisierte. Als ich abends endlich zu Hause war entdeckte ich auch noch, dass in einem Verein, wo ich aktiv bin,  zwei wichtige Veranstaltungen genau am gleichen Tag geplant wurden. Die von mir organisierte Veranstaltung stand schon lange fest, die andere kam jetzt neu hinzu. Natürlich rief ich die Organisatorin der zweiten Veranstaltung gleich an. Doch sie konnte überhaupt nicht verstehen, dass das ein Problem ist. “Das macht doch nichts. Lass dir doch dadurch nicht die Laune verderben.” Das waren ihre Kommentare.

Aber was glauben Sie?  Dieses Telefonat verdarb mir die restliche gute Laune, die ich noch hatte. Ich spürte richtig, wie stark mein Ärger über die Ignoranz dieser Dame wurde. Es war gar nicht so einfach für mich, da wieder “runterzukommen” und mich zu beruhigen.

Was hatte mir in dem Telefonat gefehlt? Nun, etwas, das ich neutrale Liebe nennen möchte. Dazu gehören für mich:

  • Wertschätzung
  • Ein Gespräch auf Augenhöhe
  • ernsthaftes Interesse an dem anderen und Verständnis

Vielleicht fällt Ihnen da sogar noch mehr ein. Fest steht allerdings: Ich habe die Wahl, will ich mich über diese Frau ärgern? Dann verschließe ich mich der Liebe. Oder lasse ich los und liebe mich selbst, ganz gleich, wie wenig wertgeschätzt ich mich bei diesem Telefonat gefühlt habe? Nun, erst einmal habe ich den Ärger gewählt. Das hat mich allerdings ziemlich viel Energie gekostet und letztendlich ändert es nichts.

In einer solchen Situation hilft mir dann nur noch eins: Mein Herz für die Liebe für mich selbst zu öffnen und den Ärger Schritt für Schritt loszulassen.

Also fragte ich mich:

  • Schätze ich mich selbst und meine Träume wert?
  • Behandle ich alle meine Bedürfnisse mit Respekt und Liebe?
  • Begegne ich allen Anteilen in mir auf Augenhöhe?
  • und … empfinde ich Liebe für mich, so wie ich bin mit meinen Licht- und Schattenseiten?

Ziemlich schnell wurde mir bewusst, dass ich die Fragen an diesem Tag eher mit “Nein” beantworten würde. Wie also kann ich mich wieder für die Liebe für mich selbst öffnen? Da hat jeder seine eigenen “Rezepte”. An jenem Mittwochabend habe ich es geschafft, indem ich geschrieben habe. Je mehr ich durch das Schreiben den Ärger losließ, desto mehr spürte ich die Liebe in meinem Herzen.

Dann kann es sogar sein, dass ich für einen Moment die großartige, bedingungslose Liebe spüre, die Gott oder wie immer Sie diese höhere Energie nennen mögen, für mich hat. Ein wunderbarer Satz, den ich neulich gelesen habe und der dazu passt, ist: “Seele existiert, weil Gott sie liebt.”  Dieser Satz geht davon aus, dass wir “Seele sind”. Das bedeutet, wir sind mehr als unser physischer Körper und unsere Gefühle. Jedenfalls für mich ist “Seele” etwas Höheres. Ich habe die Vorstellung, dass es ein weiser, göttlicher, liebender Teil in mir ist. Ich habe jeden Tag die Chance mir dessen mehr und mehr bewusst zu werden und mich selbst immer mehr zu lieben - und den Ärger loszulassen.

Hm … offenbar bin ich gerade mal wieder auf dem Weg zu mehr Selbstliebe und weniger Ärger, denn auch in meiner Umwelt, die ich als Spiegel für das sehe,  was in mir los ist, bewegt sich etwas: Sonntag hatte ich einen wunderbaren Tag. Ich habe nette, liebevolle Menschen getroffen, die mich wertschätzen und bin sogar ganz überraschend zu einem leckeren Mittagessen eingeladen worden.  Wenn das kein Fortschritt ist!

Tipp: Jeder hat seine ganz spezielle Verbindung zu Gott oder der göttlichen Lebensenergie. Versuchen Sie einmal herauszufinden, wie Sie am besten mit ihr in Kontakt kommen. Manche Menschen haben einen Schutzengel, mit dem sie kommunizieren. Andere singen ein Mantra. Ein wunderschönes Mantra, das ich hier gerne weitergeben möchte,  ist auch das Wort HU, ausgesprochen hju. Es ist ein uralter Name für Gott, der mir schon oft geholfen hat, mich wieder für diese liebende, allumfassende Energie zu öffnen, ganz gleich, was in meinem Umfeld gerade wieder los ist oder wem ich gerade begegnet bin.