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März 2010
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Archiv der Kategorie Karma

Die Fliege, die aus dem Nichts kam

Am Sonntag war ich nach einem Telefonat sehr aufgewühlt. Ich war traurig und aggressiv zugleich und hatte wieder mal das Gefühl, dass ich es in diesem Leben nicht mehr schaffen werde, wirklich etwas an meiner Situation zu ändern.

Und dann kam auch noch diese Fliege. Obwohl alle Fenster geschlossen waren, erschien sie wie aus dem Nichts. Sie war ziemlich groß und summte laut, was mich noch aggressiver machte. Dann beschloss ich, ihr die Freiheit zu schenken. Dafür schaltete ich alle Lichtquellen im Wohnzimmer aus und öffnete die Balkontür, die mit dem Licht der Dämmerung draußen, der hellste Fleck im Zimmer war. Ich sagte zu der Fliege: “Schau, da ist die Freiheit, dort wo das Licht ist, ist der Weg in die Freiheit”. Doch was machte diese Fliege? Sie flog genau in die entgegengesetzte Richtung! “Bist du blöd”, brüllte ich sie an. “So dumm kann doch wohl nur eine Fliege sein.” Doch es war nichts zu machen, die Fliege wollte partout nicht in die Freiheit.

Doch plötzlich, als ich sie gerade wieder für Ihre Dummheit beschimpfen wollte, hielt ich inne und fragte mich: “Könnte es vielleicht sein, dass diese Fliege mir etwas über mich selbst zeigen möchte? Dass sie ein Spiegel für das ist, was in mir vorgeht? Kann es nicht sein, dass mein spiritueller Führer schon lange dabei ist, mir den Weg in die Freiheit zu zeigen, doch ich laufe immer in die entgegengesetzte Richtung und meine dann, ich kann in meinem Leben nichts ändern? In dem Moment, wo ich diese Erkenntnis hatte, verschwand die Fliege genau so im Nichts, wie sie aus dem Nichts gekommen war.

Am nächsten Morgen dachte ich immer noch darüber nach, woran es wohl liegen mag, dass man auch als Seele im Menschenkörper oft nicht den Weg in die Freiheit, in die positive Veränderung, sieht oder manchmal vielleicht auch gar nicht sehen will. Vielleicht liegt es daran, dass man noch alte Muster hat, die unbewusst im Hintergrund laufen, wie ein Computer-Programm, das man gar nicht wahrnimmt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Umbruchsituationen im Allgemeinen schwierig sind und man sie deshalb ungern in Angriff nimmt.

Heute Morgen war wieder eine Fliege im Wohnzimmer (wahrscheinlich war es die von Sonntagabend). Als ich ihr diesmal den Weg nach draußen in die Freiheit anbot, fand sie ihn sofort.

Sicher, Freiheit definiert jeder anders und Freiheit hat viele Facetten. Von der spirituellen Freiheit, bei der man vielleicht an einem Punkt angekommen ist, an dem man sein gesamtes Karma erledigt hat, wenn das überhaupt möglich ist, bis hin zur finanziellen Freiheit oder auch zur beruflichen Freiheit, bei der man tun kann, was man liebt, um sein Geld zu verdienen.  Wie auch immer, die Sehnsucht nach Freiheit, nach der Freiheit, im Einklang mit sich selbst und der göttlichen Lebenskraft zu leben, liegt in der Natur der Seele. Doch manchmal dauert es, bis man auch bereit dazu ist, den Weg zu gehen und die Verantwortung für die Konsequenzen zu tragen, die der Schritt in die Freiheit mit sich bringt. Dann ist Geduld angesagt.

Tipp: Diese Woche besteht die Übung aus zwei Teilen: Wenn Sie eine Situation besonders berührt, dann fragen Sie sich doch mal: Was zeigt mir diese Situation, diese Person oder dieses Tier über mich (je nachdem, wer da involviert ist). Im zweiten Teil überlegen Sie doch mal, in welchen Lebensbereichen Sie gerne mehr Freiheit hätten. Wo fühlen Sie sich unfrei? Wo haben Sie das Gefühl, Sie möchten etwas ändern und den Schritt in die Freiheit gehen? Bitten Sie Ihren Schutzengel oder spirituellen Führer um Unterstützung dabei und bitten Sie ihn, Ihnen zu zeigen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den Schritt in die Freiheit ist und was Sie dafür tun können, damit er auch gelingt (meistens sind ja sowieso mehrere Schritte nötig und manchmal tut es gut, einfach mit dem ersten Schritt zu beginnen).

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