Neulich fiel es mir wieder ein: Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich auf der Suche danach, warum ich hier bin. Besser gesagt, was meine Lebensaufgabe ist. Ich stelle mir das so vor, dass die Seele, bevor sie (wieder) in diese Welt kommt, eine Lebensaufgabe mit auf den Weg bekommt. Doch mit der Geburt wird ein Schleier über alle Erinnerungen vor dieser Zeit gelegt, so dass man sich an nichts erinnern kann.
Manchmal hat man das Glück, dass man diese Lebensaufgabe erfüllt, ohne dass man weiß, welche Lebensaufgabe man hat, man macht es einfach ganz natürlich, ohne nachzudenken. Manchmal bekommt man auch das Geschenk, dass man den Schleier ein bisschen lüften kann, um seine Lebensaufgabe bewusst zu leben.
Mit 16 hatte ich den starken Wunsch, Musikerin zu werden und interessierte mich für das Geigenspiel. Alle rieten mir damals davon ab, es zu lernen, weil man normalerweise damit anfängt, wenn man noch sehr klein ist. Trotzdem habe ich damals angefangen, Geige zu spielen und hatte ca. zehn Jahre Unterricht, bevor ich damit aufhörte. Nur zum Musikstudium hat es nicht mehr gereicht. Damals versuchte ich es mit einer Aufnahmeprüfung an einem Konservatorium und war tieftraurig, als es nicht klappte. Heute weiß ich warum: Es gehörte nicht zu meiner Lebensaufgabe. Ich lebte den Wunsch meiner Mutter, die so gerne Musik studiert hätte, es aber nicht durfte. Es hat Jahre gedauert, bis mir das bewusst wurde.
Jahre später entdeckte ich mein Schreibtalent. Das war zu der Zeit, als ich damit anfing, mich für spirituelle Themen zu interessieren und regelmäßig meditierte und kontemplierte. Noch heute bin ich dankbar für dieses Talent und glaube trotzdem, dass es nur ein Teil meiner Lebensaufgabe ist. Inzwischen habe ich gelernt, dass eine Lebensaufgabe sehr viel umfassender ist und dass ein Talent eher das Werkzeug ist, mit dem ich diese Lebensaufgabe erfülle.
Manche Menschen wissen sehr genau, was ihre Lebensaufgabe ist. Der Dalai Lama ist z. B. so jemand. Ich habe gerade damit begonnen, das Buch Meine spirituelle Autobiographie von ihm zu lesen. Er schreibt darin u. a., wie wichtig es für ihn ist, Mitgefühl zu leben, für ihn ist das sein Weg zum Glück.
Was ist Ihr Weg zum Glück, warum sind Sie hier? Was haben Sie sich für dieses Leben vorgenommen? Haben Sie sich das schon mal gefragt?
Ein Indiz dafür, dass man seine Lebensaufgabe lebt, kann z. B. sein, dass man tief im Herzen glücklich ist, man fühlt sich mit sich selbst im Einklang.
Ich habe festgestellt, dass ich glücklich bin, wenn ich aus dem Herzen Liebe geben kann. Das geschieht nicht nur durch Schreiben, sondern auch durch Zuhören. Ich meine, wirklich aus dem Herzen zuhören und nach innen hören, was ich geben kann, oder fühlen, was der oder die andere in jenem Moment braucht. Wenn ich das schaffe, dann bin ich auch glücklich, genauso wie beim Schreiben.Vielleicht werde ich irgendwann ganz eintauchen in meine Lebensaufgabe und sie mit allen Facetten leben. Ich arbeite daran.
Tipp: Achten Sie mal darauf, wann Sie wirklich tief in Ihrem Herzen glücklich sind, wann Sie das Gefühl haben, jetzt habe ich dem Leben auf meine Art und Weise etwas zurückgegeben. Sie können auch Ihren spirituellen Führer oder Ihr Höheres Selbst bitten, Ihnen etwas über Ihre Lebensaufgabe zu zeigen, z. B. im Traum oder in den täglichen Begegnungen mit anderen Menschen, Tieren oder auch Pflanzen.Wenn Sie möchten, dann schreiben Sie sich auf, welche Impulse Sie bekommen haben. So wird sich der Schleier der Vergessenheit nach und nach lüften und Ihre einzigartige Lebensaufgabe freilegen.
9.8.2009 bei 02:23
liebe anne, jetzt lese ich schon eine ganze weile in deinem blog wie eine wachäugige nachteule
und es ist wirklich erfrischend. danke für die schöne lektüre.