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24.8.2009 von Anne.
Am Sonntag war ich nach einem Telefonat sehr aufgewühlt. Ich war traurig und aggressiv zugleich und hatte wieder mal das Gefühl, dass ich es in diesem Leben nicht mehr schaffen werde, wirklich etwas an meiner Situation zu ändern.
Und dann kam auch noch diese Fliege. Obwohl alle Fenster geschlossen waren, erschien sie wie aus dem Nichts. Sie war ziemlich groß und summte laut, was mich noch aggressiver machte. Dann beschloss ich, ihr die Freiheit zu schenken. Dafür schaltete ich alle Lichtquellen im Wohnzimmer aus und öffnete die Balkontür, die mit dem Licht der Dämmerung draußen, der hellste Fleck im Zimmer war. Ich sagte zu der Fliege: “Schau, da ist die Freiheit, dort wo das Licht ist, ist der Weg in die Freiheit”. Doch was machte diese Fliege? Sie flog genau in die entgegengesetzte Richtung! “Bist du blöd”, brüllte ich sie an. “So dumm kann doch wohl nur eine Fliege sein.” Doch es war nichts zu machen, die Fliege wollte partout nicht in die Freiheit.
Doch plötzlich, als ich sie gerade wieder für Ihre Dummheit beschimpfen wollte, hielt ich inne und fragte mich: “Könnte es vielleicht sein, dass diese Fliege mir etwas über mich selbst zeigen möchte? Dass sie ein Spiegel für das ist, was in mir vorgeht? Kann es nicht sein, dass mein spiritueller Führer schon lange dabei ist, mir den Weg in die Freiheit zu zeigen, doch ich laufe immer in die entgegengesetzte Richtung und meine dann, ich kann in meinem Leben nichts ändern? In dem Moment, wo ich diese Erkenntnis hatte, verschwand die Fliege genau so im Nichts, wie sie aus dem Nichts gekommen war.
Am nächsten Morgen dachte ich immer noch darüber nach, woran es wohl liegen mag, dass man auch als Seele im Menschenkörper oft nicht den Weg in die Freiheit, in die positive Veränderung, sieht oder manchmal vielleicht auch gar nicht sehen will. Vielleicht liegt es daran, dass man noch alte Muster hat, die unbewusst im Hintergrund laufen, wie ein Computer-Programm, das man gar nicht wahrnimmt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Umbruchsituationen im Allgemeinen schwierig sind und man sie deshalb ungern in Angriff nimmt.
Heute Morgen war wieder eine Fliege im Wohnzimmer (wahrscheinlich war es die von Sonntagabend). Als ich ihr diesmal den Weg nach draußen in die Freiheit anbot, fand sie ihn sofort.
Sicher, Freiheit definiert jeder anders und Freiheit hat viele Facetten. Von der spirituellen Freiheit, bei der man vielleicht an einem Punkt angekommen ist, an dem man sein gesamtes Karma erledigt hat, wenn das überhaupt möglich ist, bis hin zur finanziellen Freiheit oder auch zur beruflichen Freiheit, bei der man tun kann, was man liebt, um sein Geld zu verdienen. Wie auch immer, die Sehnsucht nach Freiheit, nach der Freiheit, im Einklang mit sich selbst und der göttlichen Lebenskraft zu leben, liegt in der Natur der Seele. Doch manchmal dauert es, bis man auch bereit dazu ist, den Weg zu gehen und die Verantwortung für die Konsequenzen zu tragen, die der Schritt in die Freiheit mit sich bringt. Dann ist Geduld angesagt.
Tipp: Diese Woche besteht die Übung aus zwei Teilen: Wenn Sie eine Situation besonders berührt, dann fragen Sie sich doch mal: Was zeigt mir diese Situation, diese Person oder dieses Tier über mich (je nachdem, wer da involviert ist). Im zweiten Teil überlegen Sie doch mal, in welchen Lebensbereichen Sie gerne mehr Freiheit hätten. Wo fühlen Sie sich unfrei? Wo haben Sie das Gefühl, Sie möchten etwas ändern und den Schritt in die Freiheit gehen? Bitten Sie Ihren Schutzengel oder spirituellen Führer um Unterstützung dabei und bitten Sie ihn, Ihnen zu zeigen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den Schritt in die Freiheit ist und was Sie dafür tun können, damit er auch gelingt (meistens sind ja sowieso mehrere Schritte nötig und manchmal tut es gut, einfach mit dem ersten Schritt zu beginnen).
Geschrieben in Freiheit, Karma, Eigenverantwortung, Geduld, Aufmerksamkeit, Zufriedenheit | Drucken | Keine Kommentare »
18.8.2009 von Anne.
Früher dachte ich, ich bin ein spiritueller Mensch, wenn ich möglichst viel Zeit damit verbringe zu meditieren. Damals wäre es mir lieb gewesen, mich in ein Kloster zurückzuziehen und mich nur noch der Meditation und meinen spirituellen Studien zu widmen.
Dieses Damals ist nun fast zwanzig Jahre her und inzwischen habe ich meine Meinung auch ein bisschen verändert. Ich denke jetzt, dass es für einen Menschen, der sich spirituell entfalten möchte, genauso wichtig ist, dem Leben etwas zurückzugeben, bzw. einfacher ausgedrückt, in jeder Situation im Leben das Beste zu geben. An dieses Prinzip erinnerte mich letzte Woche meine Kosmetikerin, die ich mir alle zwei Monate leiste. Während der Behandlung kamen wir ins Gespräch. Wenn ich zu ihr komme, dann fühle ich mich immer so aufgehoben, so willkommen. Das steigert sich noch, wenn die Behandlung fertig ist. dann fühle ich mich meistens rundherum wohl und relaxt. Ja, woran mag das liegen?
Irgendwie kamen wir auf das Gespräch, wie man mit seinen Kunden umgehen sollte. Sie sagte mir, dass sie wert darauf legt, sich die Bedürfnisse der Kunden anzuhören und darauf zu reagieren. Außerdem ist bei ihr der Behandlungsraum immer fertig eingestimmt: Da liegen frische Handtücher, da brennt ein sanftes Licht, in der dunklen Jahreszeit auch manchmal eine Farblampe und es gibt jedes Mal “Glückshormone” in Form von Schokolade. Heute gibt es ja diese kleinen einzeln verpackten Täfelchen. Sie gibt immer ihr Bestes, wenn ein Kunde kommt, und das spürt man auch.
Während des Gesprächs dachte ich darüber nach, dass es mir schon manchmal passiert ist, dass ich gerade kurz vor dem Kundentermin am verabredeten Ort war und dann keine Zeit mehr hatte, den Raum noch vorzubereiten. Hier gibt es sicher noch Verbesserungspotenzial. Bisher war dies das Beste, was ich geben konnte. Aber was hindert mich daran, es das nächste Mal besser zu machen?
Ein Indiz dafür, ob ich mein Bestes gebe, ist für mich auch, ob ich eine Sache gerne tue oder nicht. Wenn ich es liebe, etwas zu tun, dann fällt es mir leichter, mein Bestes zu geben. Wenn ich merke, dass ich etwas gar nicht gerne tue, dann überlege ich, ob es nicht besser ist, die Sache loszulassen und den Weg freizumachen für etwas, das ich gerne tue und wo es mir leicht fällt, mein Bestes zu geben.
Wie geht es Ihnen damit, wenn Sie daran denken, wo Sie Ihr Bestes geben?
Tipp: Beobachten Sie sich doch mal, wenn Sie etwas tun. Bei welchen Tätigkeiten haben Sie das Gefühl, dass es Ihnen leicht fällt, Ihr Bestes zu geben? Bei welchen Dingen fällt es Ihnen schwer? Wann haben Sie das Gefühl, Sie möchten gerne noch etwas verbessern? Schreiben Sie auf, bei welchen Dingen Ihnen das gut gelingt und auch, bei welchen Tätigkeiten es nicht so gut gelingt. Schauen Sie, ob es Dinge gibt, die Sie loslassen können, weil sie nicht mehr zu Ihnen passen und Sie sich zwingen müssen, Ihr Bestes zu geben. Machen Sie sich ein inneres Bild von dem, was Sie von Herzen gerne tun möchten und setzen Sie das dann Schritt für Schritt um. Schauen Sie, was sich im Leben verändert.
Geschrieben in Eigenverantwortung, Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Zufriedenheit, Leben | Drucken | Keine Kommentare »
11.8.2009 von Anne.
Neulich, als endlich mal schönes Sommerwetter war, war ich mit einer Freundin abends weg. Wir saßen im Biergarten einer kleinen Kneipe in einem Stadtteil von Mainz. Der Biergarten war mehr ein kleiner Innenhof, mit ein paar Tischen. Fast so, wie ich mir immer einen Innenhof für ein eigenes Haus wünsche.
Plötzlich fing ich an, mir darüber Gedanken zu machen, ob es wohl richtig sei, ein Bier zu trinken. Ein Teil in mir sagte: Wenn ich ein spiritueller Mensch bin und wachsen möchte, dann sollte ich lieber auf das Bier verzichten. Ein anderer Teil in mir wollte einfach das Leben genießen und manchmal gehört im Sommer, in netter Gesellschaft für diesen Teil ein Bier eben dazu. So ging es eine ganze Weile innerlich hin- und her. War es nicht besser, asketisch zu sein und auf jeglichen Alkohol verzichten, fragte ich mich? Nun, ich bin als Mensch eher so gestrickt, dass ich alles hundertprozentig machen will. Meine spirituelle Entfaltung ist mir sehr wichtig und dafür bin ich auch bereit, auf manche Dinge zu verzichten. Aber an jenem Abend siegte der Teil in mir, der einfach das Leben genießen wollte, und ich bestellte mir mein Bier. Nun, der andere Teil, der es mir nicht erlauben wollte, zerrte weiter an mir.
Doch dann geschah etwas Erstaunliches: Als die Kellnerin mir das Bier brachte, sagte sie: “Schauen Sie mal. Ich habe Ihnen ein Herz in den Bierschaum gemacht.” Tatsächlich, der Bierschaum hatte oben auf der Krone die Form eines Herzens. Das berührte mich so sehr, dass ich mein Herz öffnen konnte und die Liebe, die für mich in diesem ganz besonderen Geschenk lag, das mir in diesem Moment zuteil wurde, spüren konnte. Meine Zweifel darüber, ob es nun richtig war, dieses Bier zu trinken oder nicht, konnte ich dadurch loslassen.
Nun, meine innere Führung meinte wohl, ich würde noch ein weiteres Zeichen der Liebe brauchen: Es kam der Hund der Wirtin zu uns an den Tisch. Hunde sind für mich ein Symbol für bedingungslose Liebe. Sie sind einfach, wie sie sind und geben ihre Liebe freimütig, zumindest normalerweise.
Was ist für Sie das Wichtigste im Universum? Haben Sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht? Für mich ist es die Liebe, bedingungslose, göttliche Liebe, die alles Leben liebt, so wie es ist. Diese Liebe gibt uns Zeichen, wenn wir wachsam sind und nicht zu viel Bier trinken
An diesem Abend waren meine Zeichen das Herz im Bierschaum und der Hund, der an unseren Tisch kam. Beides zeigte mir, dass ich geliebt werde, so wie ich bin.
Für mich enthielt dieser Abend neben dem Geschenk der bedingungslosen Liebe eine weitere wertvolle Lektion: Ich wurde wieder mal daran erinnert, wie wichtig die Balance ist. Nicht totale Askese ist der Weg, natürlich auch nicht ein ungesundes Leben mit viel Alkohol, etc. sondern die goldene Mitte. Wichtig ist es, dabei immer mit offenem Herzen auf die innere Führung durch das Höhere Selbst, den Schutzengel oder inneren Meister zu hören, was in diesem Augenblick der richtige Weg ist. Wenn Sie offen sind, dann bekommen Sie die Zeichen auf Ihre ganz persönliche Art und Weise, so wie Sie es am besten verstehen.
Tipp: Achten Sie in der nächsten Zeit doch mal ganz besonders auf die Zeichen der bedingungslosen Liebe in Ihrem Leben. Denken Sie mal darüber nach, was für Sie ein Zeichen der Liebe sein könnte, so wie es bei mir z. B. Hunde sind. Wenn Sie in einer Situation nicht wissen, was Sie tun sollen, dann hören Sie auf Ihr Herz und bitten um ein klares Zeichen, vielleicht sind Sie dann genauso überrascht über die Antwort wie ich mit dem Herzen im Bierschaum.
Geschrieben in Innere Führung, Eigenverantwortung, Glaubenssätze, Göttliche Liebe, Geschenke | Drucken | Keine Kommentare »