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25.5.2009 von Anne.
Diesmal möchte ich mir ein paar Gedanken darüber machen, was es eigentlich bedeutet, erleuchtet zu sein, und woran man einen erleuchteten Menschen erkennt. Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass es gute Bücher über das Thema gibt, auch gute Lexikonartikel, wie z. B. in Wikipedia , und dennoch möchte ich über meine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen zu diesem Thema reflektieren.
Doch, bevor ich mich näher mit der Erleuchtung befasse, hier noch ein Erlebnis von mir, das mich überhaupt erst auf den Gedanken gebracht hat, darüber zu schreiben: Ich hatte heute einen Termin in einer anderen Stadt. Dafür musste ich ca. 45 Minuten mit dem Zug fahren. Vorher ging einiges schief. Nicht nur, dass ich mir eigentlich die Fahrkarte online kaufen wollte und dann ausdrucken wollte, aber leider der Drucker nicht mitmachte, weil die Tintenpatronen leer waren. Ich wusste ja, dass sie gewechselt werden wollten, aber so schnell, am Tag zuvor ging doch noch alles. Natürlich hatte ich die Patronen nicht vorrätig und es war Sonntag. Also musste ich mit dem Taxi zum Bahnhof fahren, weil der Bus länger braucht, und ich es dann vielleicht nicht mehr geschafft hätte, eine Fahrkarte am Bahnhof zu kaufen.
Als ich im Service-Center der Bahn ankam, freute ich mich zunächst, dass keine langen Schlangen an den Schaltern standen, wie ich es sonst gewohnt war. Also ging ich zu einem der freien Schalter, doch die Frau dahinter gab mir zu verstehen, dass ich eine Nummer ziehen müsste. Stellen Sie sich das mal vor, jetzt muss man bei der Bahn schon eine Nummer ziehen, damit man dran kommt, nun ja, das ärgerte mich schon etwas.
Nun gut, es klappte zeitlich noch alles und endlich saß ich im Zug und kam sogar pünktlich an meinem Bestimmungsort an. Dort traf ich mich mit ein paar Leuten, die sich schon jahrelang auf einem spirituellen Weg befinden, also sollte man meinen, so etwas wie “Erleuchtung” anstreben. Normalerweise freue ich mich, mit solchen Menschen zusammen zu sein. Doch diesmal gab es Missstimmung. Eine Frau sagte, sie fühle sich seit einiger Zeit nicht wohl, wenn sie mit uns zusammen ist. Eine andere erzählte wenig später, sie hätte sich vor Wochen mal über mich geärgert, irgendetwas Belangloses.
Hm, da kam mir zum ersten Mal der Gedanke, über das Thema “Erleuchtung” und den Erleuchtungsgrad zu schreiben.
Wenn Menschen sich auf einem spirituellen Weg befinden, denkt man doch unwillkürlich, dass sie auf dem Weg zur Erleuchtung sind oder zumindest doch etwas dafür tun, um ihr Bewusstsein über das normale Alltagsbewusstsein hinaus zu erweitern. Dass die eine Frau sich über mich geärgert hatte und mir das jetzt vor der gesamten Gruppe ein paar Wochen später auftischte, bestürzt mich schon. Aber da ich ja auch an meiner Erleuchtung arbeite, suchte ich mir für kurze Zeit ein stilles Örtchen, um darüber zu reflektieren.
Dann kam mir die Idee, die Situation dafür zu verwenden, den Grad meiner Erleuchtung zu testen. Ich sagte mir: “Also, wenn mir das noch etwas ausmacht, dass jemand mir jetzt erzählt, dass er sich vor Wochen über mich geärgert hat, dann bin ich noch nicht so sehr erleuchtet.” Also machte ich eine Übung (ich sang innerlich mein geliebtes HU, hju ausgesprochen), um die negativen Gefühle loszulassen und mich wieder für die Liebe in meinem Herzen zu öffnen. Das gelang mir auch tatsächlich. “O. k., das hat mich der Erleuchtung wieder etwas näher gebracht”, dachte ich beglückt.
Als ich mit der Bahn zurückfuhr, gab es dann wieder so ein paar Situationen, die interessant genug waren, um meinen Erleuchtungsgrad zu testen. Ich kam auf den Bahnsteig - hatte mich gerade von der netten Auswahl an Zeitschriften im Zeitschriftenladen losgerissen - um pünktlich am Zug zu sein, und was war? Der Zug hatte 15 Minuten Verspätung und der Bahnsteig war voll, so voll, dass ich gar nicht bis zum Wagenstandsanzeiger kam. Das hatte zur Folge, dass ich an der falschen Stelle stand, als der Zug dann endlich kam und mich im überfüllten Zug bis zu dem Wagen durchkämpfen musste, in dem mein Sitzplatz reserviert war. Was meinen Sie, wie wütend ich war, während ich mich durch die Menschenmassen kämpfte - und wie erleichtert ich war, als ich auf meinem Platz saß. Wie dankbar war ich dafür, dass ich reserviert hatte und nicht stehen musste.
Ja, Menschen und Institutionen wie die Bahn können einem einiges über den eigenen Erleuchtungsgrad zeigen. Dankbarkeit ist z. B. ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zur Erleuchtung und wenn es nur für einen Sitzplatz im überfüllten Zug ist, …hm…. Ärger wohl eher nicht so
Wenn ich das Wort “Erleuchtung” betrachte, so fällt mir auf, dass es mit “leuchten” und “Licht” zu tun hat. Es gibt ja auch so ein Sprichwort “Mir ist ein Licht aufgegangen.” Das bedeutet, es wird einem plötzlich etwas bewusst, das man vorher noch nicht auf diese Weise gesehen hat. Deshalb ist “Erleuchtung” für mich auf jeden Fall ein erweitertes Bewusstsein. Jemand, der die Welt in einem losgelösten Zustand betrachten kann, der sich eben nicht ärgert, wenn der Zug überfüllt ist. Jemand, der im tiefen Frieden mit sich selbst lebt und mit diesem inneren Frieden kommt die Zufriedenheit. Ein Erleuchteter ist ein Licht für andere, jemand, der im Einklang mit dem Göttlichen Geist lebt.
Es gibt Zeiten, da gelingt es mir schon ziemlich gut, der Erleuchtung näher zu kommen, vorausgesetzt, es kommt mir nicht eine überfüllte Bahn dazwischen oder jemand, der sich über mich ärgert
Aber ich möchte noch erwähnen, dass das nur Tests sind, so ähnlich wie in der Schule, wenn vor dem Ende des Schuljahres noch mal die vielen Klassenarbeiten kommen, in denen das Wissen abgefragt wird, das man sich in den Wochen davor erworben hat. Genauso wird man auf dem Weg zur Erleuchtung immer wieder getestet, ob man auch in unangenehmen Situationen ein offenes Herz behält und im Einklang mit dem Göttlichen Geist sein kann. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, da besteht man, bzw. bestehe ich, bzw. bestehen Sie diesen Test und können zur nächsten Stufe der Erleuchtung fortschreiten.
Tipp: Testen Sie Ihren Erleuchtungsgrad! Beobachten Sie eine Zeitlang, wann immer Sie es möchten, was Sie in unangenehmen Situationen machen. Bleiben Sie innerlich in Frieden mit sich selbst, obwohl Ihr Chef Sie gerade mal wieder geärgert hat? Können Sie losgelöst sein, auch wenn es in Strömen gießt und Sie den Regenschirm vergessen haben? Sind Sie gelassen, wenn Sie einen wichtigen Termin haben und ein Stau auf der Autobahn angesagt ist? Sollten Sie sich genau so ärgern, wie ich an diesem Tag, nicht verzagen, denn ich möchte auch noch erwähnen, dass es bis zur Erleuchtung ein Weg ist, den zu beschreiten manchmal viel Geduld erfordert.
Geschrieben in Erleuchtung, Geduld, Dankbarkeit, Erde als Schule | Drucken | 1 Kommentar »
17.5.2009 von Anne.
Erinnern Sie sich noch an die ersten Home-Computer? Der, mit dem ich zum ersten Mal Ende der 80er-Jahre in Berührung kam, hatte noch nicht einmal eine Festplatte. Ausgedruckt wurde mit einem Nadeldrucker und auch das Internet lag noch in weiter Ferne. Damals hatte ich ziemliche Berührungsängste, was Computer anbetrifft. Das hat sich zum Glück verändert: Heute ist der PC mein liebstes Spielzeug
und die ungeahnten Möglichkeiten, die er eröffnet, finde ich toll. Aber das entwickelte sich erst alles mit der Zeit. Ich erinnere mich noch an einen Tag, an dem ich dringend etwas für eine Seminararbeit an der Uni fertig machen musste und gerade von den Dateien, die ich auf der Diskette gespeichert hatte, sich diejenige nicht öffnen ließ, die ich benötigte. Ich probierte es immer wieder und schwankte hin und her, zwischen Angst und Ärger darüber, dass ich irgendetwas kaputt gemacht haben könnte und dass es nicht klappte. Da geschah es, plötzlich öffnete sich wie von Geisterhand eine andere Datei, der ich Tage zuvor beim Abspeichern den Dateinamen “Liebe” gegeben hatte. Plötzlich musste ich lachen und mein Ärger und meine Angst, etwas kaputt zu machen, waren verflogen. Nachdem ich diese Datei geöffnet hatte, ließ sich übrigens die andere Datei, die ich eigentlich benötigte, auch öffnen. In diesem Fall half mir die Datei mit dem Namen “Liebe” dabei, Ärger und Angst loszulassen.
Aber ist Liebe nicht auch einer der Schlüssel, um mit Veränderungen im Leben besser umzugehen? Wenn ich mich für die Liebe und die Führung des Heiligen Geistes öffne, dann kann ich in Situationen, in denen Veränderungen auf mich zukommen, leichter loslassen.
Neben Liebe und Loslassen sind Vertrauen und Hingabe zwei weitere wichtige Schlüssel für mich, um mit Veränderungen umzugehen. Wenn ich Vertrauen in die Göttliche Liebe habe, dann kann ich mich auch ganz der Veränderung hingeben, weil ich weiß, dass sie letztendlich zu meinem Besten ist, weil ich die Chance habe, in einen größeren Bewusstseinszustand einzutreten. Denken Sie doch nur noch mal zurück an die Geschichte mit dem Home-Computer. Es wäre undenkbar, dass heute noch jemand mit einem solchen PC arbeitet, aber damals war er modern.
Hier noch eine Geschichte, die mir gerade vor Kurzem passiert ist. Letztes Jahr begann ich mit der Leitung eines Schreibkurses. Die drei Teilnehmerinnen hatten vor, während der zwölf Monate, die der Kurs dauern sollte, ein Buch zu schreiben. Selbstverständlich hatten auch alle einen Vertrag unterschrieben, dass sie die zwölf Monate bei mir Unterricht nehmen würden.
Aber wie das Leben spielt: Es veränderte sich alles und zwei von den drei Damen hatten plötzlich so viele andere Dinge im Leben zu erledigen, dass für das Schreiben des Buches einfach keine Zeit mehr übrig blieb. Ich überlegte, was ich tun sollte. Zunächst wollte ich daran festhalten, dass wir doch den Kurs noch ein halbes Jahr fortführen müssten. Schließlich hatten ja alle den Vertrag unterschrieben, doch dann merkte ich dass das nicht funktionierte. Ich sah ein, dass es wohl darauf hinaus lief, den Kurs vorzeitig zu beenden. In dem Moment, in dem ich mich für diese Veränderung öffnete, machte eine der Teilnehmerinnen mir einen wunderbaren Vorschlag, den ich sofort annehmen konnte: Wir werden jetzt die Kursstunden in Einzeltrainings umändern, in denen jede einen Text ihrer Wahl mit mir besprechen kann. Jetzt sind alle glücklich und zufrieden, und ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen hatte, mich der Veränderung hinzugeben.
Tipp: Wenn Sie in Ihrem Leben gerade vor einer Veränderung stehen, dann werden Sie sich der Schlüssel bewusst, die Ihnen dabei helfen können, leichter durch die Phase der Veränderung hindurchzugehen: Liebe, Loslassen, Vertrauen in die Führung durch den göttlichen Geist und Hingabe.
Blicken Sie für einen Moment zurück auf die Wendepunkte in Ihrem Leben. Bei welchen Veränderungen können Sie, jetzt im Nachhinein sagen, dass diese wichtig für Sie und auch zu Ihrem Besten waren?
Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zeiten der Veränderung in Ihrem Leben … und auch so!
Geschrieben in Hingabe, Vertrauen, Veränderung, Liebe | Drucken | 1 Kommentar »
11.5.2009 von Anne.
Es ist schon eine merkwürdige Sache: Jede Woche, wenn es Freitag wird und ich noch keine Idee für einen Blogbeitrag habe, wird es mir ein bisschen mulmig zumute. Schließlich möchte ich spätestens am Montag meinen Blog mit einem aktuellen Beitrag füllen. Dabei sollte ich nach so vielen Einträgen doch eigentlich das Vertrauen haben, dass mir immer irgend etwas einfällt, doch manchmal habe ich das noch nicht. Und dann kam doch die Idee für diesen Blogbeitrag auf recht ungewöhnliche Weise zu mir
Samstag träumte ich kurz vor dem Aufstehen, dass ich im Rollstuhl saß und mich jemand durch die Gegend fuhr. Ich wusste in dem Traum, dass ich das nur erlebte, um etwas zu lernen. Was ich lernen sollte, war mir am Anfang noch nicht klar. Dann kam ich in diesem Traum zu einer schweren, großen Eisentür und merkte, wie schwer es ist, diese Tür zu öffnen, wenn man im Rollstuhl sitzt. Mit viel Mühe gelang es mir schließlich doch, sie zu öffnen.
Dahinter war ein größerer Raum, in dem einige Menschen warteten. Eine Bekannte kam auf mich zu und fragte mich, ob ich mit ihr frühstücken gehen wollte. Ich stieg aus dem Rollstuhl und freute mich auf das gemeinsame Frühstück.
Plötzlich kam mir (im Traum!) folgender Gedanke: Genau, das ist es: Ich schreibe über Dankbarkeit. Mein nächster Blogbeitrag hat mit dem Thema “Dankbarkeit” zu tun. Deshalb auch die Traumlektion mit dem Rollstuhl. Sie zeigte mir, dass ich dankbar dafür sein kann, dass ich normalerweise laufen kann. Mir wurde bewusst, dass es so viele Dinge gibt, bei denen ich immer wieder denke, dass sie selbstverständlich sind, obwohl sie es nicht sind. Das fängt beim Atmen an, stellen sie sich einmal vor, der Körper atmet, auch wenn Sie gar nicht darüber nachdenken. Mit dem Atmen ist es wie mit dem Laufen, dem Sehen, dem Hören, etc. Wenn man darüber nachdenkt, dann lässt diese Liste sich endlos fortsetzen.
Für mich sind das alles Geschenke, die wir vom Heiligen Geist erhalten, der göttlichen Kraft. Sie, die alles Leben erhält, unterstützt das Leben auch, damit es wachsen kann. Übrigens, auch Träume sind ein Geschenk, gerade, wenn man im Traum wichtige Lektionen lernt und diese vielleicht nicht in seinem Leben erleben muss, der oben erwähnte Traum ist ein gutes Beispiel dafür.
So wie aus einem Samen eines Tages eine wunderbare Pflanze erblüht, wächst die Seele, die im menschlichen oder einem anderen Körper hier in dieser Welt inkarniert ist, in einen neuen Bewusstseinszustand hinein und öffnet sich immer ein bisschen mehr für die Liebe, die die göttliche Kraft allem Leben schenkt. Dankbarkeit ist ein Schlüssel, neben vielen anderen, um diese Tür zur Liebe zu öffnen.
Tipp: Achten Sie diese Woche doch mal ganz bewusst darauf, wofür Sie in Ihrem Leben dankbar sein können. Legen Sie Ihren Fokus bewusst auf die Dankbarkeit. Beginnen Sie damit, diese Dankbarkeit im Herzen zu spüren und stellen Sie sich vor, dass sie aus Ihrem Herzen in jede Zelle fließt. Achten Sie auf die Türen, die die Dankbarkeit Ihnen in Ihrem Herzen und Ihrem Leben öffnet.
Geschrieben in Traum, Dankbarkeit, Geschenke | Drucken | 1 Kommentar »